Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder Basierend auf den neuen arch ologischen Funden bei Kalkriese Der Autor war an den Ausgrabungen beteiligt Gro e Protagonisten Kaiser Augustus und der deutsche Nationalheld Arminius Hermann Mit Begeisterung haben wir in der Schulzeit gesungen Als die R mer frech geworden So lustig man das Lied finden mag, so f rchterlich war das Gemetzel, von dem es handelt r mische Soldaten samt ihrem Heerf hrer Varus fanden den Tod, sie waren den Germanen in die perfekt aufgestellte Falle gegangen Der Schock sa tief Die Niederlage im Jahren Chr bildete einen Wendepunkt in der r mischen Expansionspolitik In den n chsten vier Jahrhunderten wurde der Rhein als Grenze im Nordosten des Imperiums nicht mehr berschritten Lange Zeit war der Schauplatz dieses epochalen Ereignisses umstritten, die Grabungen bei Kalkriese nord stlich von Osnabr ck seithaben erwiesen, dass man den tats chlichen Ort der Schlacht nun gefunden hat Detailliert schildert Wells den Ablauf der Schlacht, die Roms Vormarsch f r immer stoppte, aber auch den Alltag der r mischen Legion re und den ihrer germanischen Gegner


3 thoughts on “Die Schlacht im Teutoburger Wald

  1. Uwe Ritzkowski Uwe Ritzkowski says:

    Ich habe derweil schon einige B cher zum Thema Varusschlacht gelesen Das vorliegende Buch ist bis auf wenige Abstriche das schw chste von allen Der Autor ignoriert das an berlieferter Literatur bzw h lt sie f r unglaubw rdig, was seiner These die Vernichtung von drei r mischen Legionen habe lediglich einen Tag gedauert entgegensteht Das kann man tun, sollte dann aber auch schl ssig sein, was es allerdings nicht ist siehe die Rezensionen weiter unten Ich f hre nur das Beispiel an, da die Germanen um Arminius im Verlauf der K mpfe wohl aufgrund des Schlachtverlaufs kontinuierlich Verst rkung weiterer St mme Stammesverb nde bekommen haben, was kaum innerhalb von Stunden m glich gewesen sein d rfte Daneben sind die von Germanicus aufgefundenen Lager ein Beweis f r eine mehrt gige Schlacht, denn die r mischen Legionen unter dem Kommando von Varus haben wohl kaum zwei oder drei Lager an einem Tag gebaut.Zudem d rfte, wenn das Schlachtfeld von Kalkriese tats chlich der Varusschlacht zuzuordnen ist, dort lediglich ein Teil der Schlacht stattgefunden haben und eben nicht die gesamte Schlacht Wenn Peter S Wells Kalkriese f r das Schlachtfeld h lt, mu er doch nun nicht gleich nur das Gel nde mit entsprechenden Funden als einziges Schlachtfeld annehmen und um die Annahme herum eine eint gige Schlacht konstruieren Wie lang eine Legion auf dem Marsch ist, kann man bei Peter Connolly nachschauen und das Ganze dann mal drei nehmen, denn die Legionen d rften kaum nebeneinander marschiert sein bei den damaligen Wegverh ltnissen undenkbar Die Schlacht d rfte sich realistischerweise ber zig Kilometer hingezogen und nicht nur auf dem begrenzten Gebiet von Kalkriese stattgefunden haben.Insgesamt gesehen ist das Buch von Peter S Wells eine herbe Entt uschung f r mich gewesen.


  2. Büchernörgele Büchernörgele says:

    Wells Buch krankt an einem alten bel Der Autor hat seine Version der Schlacht einfach um die wenigen Fakten, die der Boden bei Kalkriese bisher preisgab, herumgeschrieben Mit dieser Vorgehensweisen kann man beliebig viele Versionen mit beliebigen Schlussfolgerungen konstruieren Wer sagt z.B., dass der r mische Heerzug den Engpass an der Niewedder Senke von Ost nach West passierte und nicht umgekehrt Hier wie an anderen Stellen greift Wells auf eben jene Autoren der Antike zur ck, die er eigentlich nicht gelten lassen will Immerhin Wenn der Grassodenwall tats chlich germanischen Ursprungs ist, schlie t er die berlieferung des Dio Cassius ber einen dreit gigen Guerillakieg nahezu aus, da Arminius unm glich gewu t haben kann, welchen Weg der Heereszug nehmen w rde, nachdem der Verrat der Cherusker erst einmal offenbar war Praktisch jeder, der sich mit dem Thema Varusschlacht eingehender befasst, muss zwangsl ufig mit Spekulationen arbeiten, da die arch ologischen Fakten ebenso mager, ebenso widerspr chlich sind wie die antiken berlieferungen Aber Wells macht es sich meiner Ansicht nach zu einfach damit Alles in allem kein sehr berzeugendes Werk.


  3. Pauker Pauker says:

    Der Autor schreibt fl ssig und eing nglich eine gute Einf hrung in die Vor und Nachgeschichte der Varusschlacht Dabei gelingt es ihm, alle Aspekte kurz und b ndig zu besprechen und interessant wiederzugeben Als berblick ist das Buch also durchaus zu empfehlen Bei der Schlacht selber begeht er aber m.E eine unverzeihliche S nde Indem er sich auf einige Forscher beruft, erkl rt er s mtliche literarischen Quellen zur Varusschlacht f r widerspr chlich und damit in Bausch und Bogen f r ung ltig Erstens greift er in den anderen Kapiteln auf dieselben Quellen zur ck, die ihm bei der Schlacht nicht in den Kram passen Zweitens ist es an sich nicht legitim, sich einfach um die Quellenzeugnisse herumzudr cken, die n mlich durchaus schl ssig sind Einschr nkend sei erw hnt, dass er zumindest die Quellen zusammenfasst und dem Leser die Chance gibt, sich selbst damit auseinanderzusetzen Trotzdem erweckt er in dem Kapitel ber die Schlacht den v llig absurden Eindruck, die neueren arch ologischen Funde von Kalkriese w rden zwingend seine z.T recht abenteuerliche Rekonstruktion belegen So behauptet Wells, die entscheidende Phase der Schlacht h tte gerade mal eine knappe Stunde gedauert, anschlie end h tten 18.000 r mische Legion re tot oder verwundet in ihrem Blut gelegen Eine solche T tungsziffer l sst sich selbst mit modernen Maschinengewehren nicht erreichen In seiner schwungvollen Argumentation kann man denn auch leicht ganz unsinnige Grundannahmen berlesen So geht er davon aus, dass die Legion re in der Enge des Hinterhaltes nicht einmal mehr ihre Schilde heben konnten, so dass sie dem germanischen Speerhagel schutzlos ausgeliefert gewesen seien Auch der Angriff selbst, bei dem abertausende von germanischen Kriegern gleichzeitig den in die Enge getriebenen Heereszug der R mer mit Wurfspeeren beschossen, ist so nicht denkbar Wenn etwas ber germanische Krieger bekannt ist, dann dass sie nicht die Disziplin hatten, derart punktgenau loszuschlagen Auch bei den Zahlenangaben, wie viele Krieger hinter den Schutzmauern den R mern aufgelauert h tten, suggeriert der Autor, es gebe daf r irgendwelche arch ologischen Anhaltspunkte Das einzige, was noch nachweisbar ist, ist der Wall selbst Das entscheidende Gegenargument ist jedoch, dass der r mische Heereszug bei voller Truppenst rke von der Wells ja ausgeht niemals nur 3,5 km L nge gehabt haben kann, da sich die Soldaten sicher nicht im G nsemarsch vorw rtsbewegten und au erdem viele Maultiere mitf hrten Es ist also kaum denkbar, dass man diesen Lindwurm an dem kleinen Engpass mit einer Blitzattacke ausradieren konnte Viel plausibler erscheint die Angabe von Cassius Dio, dass die R mer ber drei Tage durch eine unwirtliche, unbekannte Landschaft und st ndige Guerrilla Attacken zerm rbt, schlie lich am Kalkrieser Berg endg ltig aufgerieben wurden Bei genauer Betrachtung widersprechen sich die Quellen n mlich inhaltlich nicht, mit einer Ausnahme L.Annaeus Florus ist ganz offensichtlich auf Dramatik und Effekte aus und erz hlt z.T melodramatische Anekdoten, die in sich schon unglaubw rdig sind Dios Angabe, das Debakel h tte drei Tage gedauert, wird von Tacitus best tigt Bei seiner Totenbergung sechs Jahre nach der Schlacht fand Germanicus n mlich beide Marschlager des Varus das erste, das seiner Gr e nach auf drei Legionen hindeutete, und das kleinere, das schon die schweren Verluste auf dem Marsch anzeigte und das kaum noch richtig befestigt gewesen war Man sollte also sehr gute Gr nde haben, die in sich plausiblen und schl ssigen Darstellungen von Dio und Tacitus zu ignorieren brigens hat auch Wells einen Hang zu morbiden special effects , wenn er in jedem dritten Satz ber rasiermesserscharfe Schwerter oder Speere schreibt, um sich dann seitenweise ber die blutspritzenden Details der schweren Verwundungen auszulassen, was sich fters wiederholt Die Blutlachen und Schmerzensschreie halten vielleicht bei einer Vorlesung die Studenten bei der Stange, hier wirken sie oft berfl ssig.Alles in allem kann ein uninformierter Leser hier sehr in die Irre gef hrt werden nicht allein das Bed rfnis, etwas ganz und gar Originelles und Neues zu pr sentieren scheint mir hier das Problem zu sein, sondern die willk rliche Auswahl des Quellenmaterials, das durch kaum zu belegende Hypothesen erg nzt wird brigens ist der gr te Schwachpunkt des Buches das Kartenmaterial Die Karten sehen aus wie mit dem Kugelschreiber auf eine Restaurant Serviette gekritzelt Zweifarbig, klobig, K stenlinie, Fl sse, einige willk rliche St dte als fette, schwarze Punkte, sonst nichts Nicht einmal die Grenze des r mischen Reiches, geschweige denn die Provinzialeinteilung o werden gezeigt Wenn man nicht ohnehin schon bescheid wei , verwirren diese Karten nur.