Nach Bruno Latour kann es auf die Frage Was tun nur eine Antwort geben Politische kologie Diese Antwort l t allerdings in unserem allt glichen Verst ndnis von kologie und in dem traditionellen Begriffsgef ge von polis, logos und physis keinen Stein auf dem anderen Latour geht es nicht mehr einfach darum, die Idee der Natur in die Politik einzubringen Vielmehr mu kologie als politische Philosophie der Natur begriffen werden und sich dem Risiko der Metaphysik stellen Nur wenn sie erkennt, da Natur keinen besonderen Bereich der Realit t darstellt, sondern da sie von bestimmten Konzeptionen der Wissenschaft abh ngt, kann sie wirksam erneuert werden als politische Epistemologie Sie wird die Wissenschaft durch Wissenschaften ersetzen m ssen und sie wird diese auf der Grundlage der vergleichenden Anthropologie neu begreifen als Sozialisation nichtmenschlicher Wesen.


4 thoughts on “Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

  1. Josef Mußmann Josef Mußmann says:

    Wer m chte nicht gerne wirklich die Dinge der Natur im Parlament haben Die Gr nen sind drin, aber als Anwalt eines zu konstuierenden Natursubjekts nicht mehr als eine s ffisant bel chelte Narrenfreiheit, schon heute berfordert,in Korrespondenz zu einem verantwortbaren Handlungswissen zu bleiben, ganz zu schweigen, was die Umsetzung von bestehenden Einsichten z.B AKWs angeht,wo katastrophische Szenarien chancenlos gegen harte Arbeitsmarktanalysen, gegen Notwendigkeiten der Industriepolitik sind.Es ist nicht damit getan zu fordern Du musst dein Leben ndern Die Frage ist doch Nach welchem Wissen sich richten Die Probleme an das Parlament weitergeben, hilft nicht weiter Latour gibt die Probleme weiter und verdonnert nicht die Naturwissenschaften selbst, ihr Haus in Ordnung zu bringen Dies ist an Latours durchaus sympathischer These eines Natursubjekts n her zu sehen.Einen erstaunlichen archimedischen Punkt findet Latour im Klischee vom H hlengleichnis mit Oberwelt und Unterwelt Er halftert die traditionelle Metaphysik ab und inthronisiert stattdessen das Machtdenken la Nietzsche als monistische Leitkategorie der Oberwelt f r eine politische kologie Er erfindet ein Parlament der Dinge gegen den unhinterfragten Objektivismus der Naturwissenschaften, die in ihrer Stummheit dem Missbrauch durch die M chte ausgeliefert sind, vielleicht auch mit vorauseilendem Gehorsam,wenn es um Beg nstigung eigener Interessenlagen geht Ein Zweikammersystem von Naturwissenschaft Oberhaus und Politik Unterhaus , auf Gewaltenteilung erkannt, soll Abhilfe schaffen Die omnipotente Setzung der Leitkategorien ist verbl ffend und unter der Voraussetzung, sie unhinterfragt hinzunehmen, durchaus plausibel und letztlich doch nur in den Denkvoraussetzungen undurchschaut.So fehlt der Halbkreis der Geisteswissenschaften, der dem Halbkreis des naturwissenschaftlichen Denkens gegen ber steht, ebenso parlamentarisch verfasst sein m sste und nicht mit einem Abschied von der Metaphysik als obsolet und berwunden oder zu berwinden abgetan werden kann.Um die Stimme der naturwissenschaftlichen Dinge zu gewinnen, als Subjekt zu konstituieren, verliert Latour die Stimme der geisteswissenschaftlichen Dinge vollkommen aus dem Blick n mlich das gesellschaftliche Subjekt und kommt nicht einmal dem Prozess der naturwissenschaftlichen Ausdifferenzierung und Spezifikation Einteilungsschwierigkeiten bez glich einer schl ssigen Leitstruktur auf die Spur, n mlich dem Scheideprozess von reinen und angewandten Naturwissenschaften in Korrespondenz von Statik und Dynamik, von Mensch und Natur im Stoffwechselprozess Konkret Physik, Chemie, Biologie la Hegel, verwertungsweise daraus entsprungen Technologie, Produktologie chemische Produktpalette , Genetologie als angewandte Wissenschaften, schlie lich kologie als naturwissenschaftliche Vergleichsmitte der ordnenden Vernunft Solcher parlament rer Vorlauf der Naturphilosophie f r eine naturwissenschaftliche Subjektkonstitution zum geisteswissenschaftlichen Pendant macht Sinn NW Ich GW Ich Was Politiker in eigener Verantwortung betreiben, sollte aus diesen Wissensverpflichtungen abgeleitet sein und zur Entscheidung der Zusammenstimmung gebracht werden.Ich bin mir bewusst, die Abstraktion ist ein Siebenmeilenstiefel Das Parlament der Menschendinge ist noch lange nicht weltweit in der notwendigen Funktionst chtigkeit des Gesellschaftlichen Aber es ist der Ort f r die parlmentarische Administration, Fraktion und f r obligate Ministerien der Naturdinge Und die W nschbarkeit einer st rkeren Ausdifferenzierung und Neufassung von Ressorts ist reell denkbar He Gr ne im Bundestag.Fangen wir an Politik ist das Bohren harter Bretter Respekt an Latour f r einen verbl ffenden Gedanken und vor allem daf r, ber unsere Gedankenh hlen streiten zu k nnen.


  2. Cornelia S. Gliem Cornelia S. Gliem says:

    schwer interessant f r viele sicher schwerlich interessant Wer von Bruno Latour im Parlament der Dinge konkrete Vorschl ge erwartet, wie etwa Tiere und Dinge in unsere politische Gesellschaft integriert werden bzw geh rt werden k nnen, wird sicher etwas entt uscht Andererseits erarbeitet er quasi die Basis, die Vordenker R nder f r dieses Thema Und ja, vieles denkt man so das erste Mal beim Lesen Cool Und nicht einfach aber das muss es auch nicht sein.


  3. Klinge Klinge says:

    Kurz vorweg Normalerweise w rde ich es vorziehen, den Text f r sich stehen zu lassen, da die bisherige Bewertung auf zu unrecht einen schlechten Eindruck hinterl sst aus mir nicht ersichtlichen Begr ndungen , versteht sich diese Rezension als Gegenstimme.Bruno Latour ist sicherlich ein Modedenker in dem Sinne, dass seine Thesen in der akademischen wie auch teilweisen feuilletonistischen Welt seit Jahren vermehrt rezipiert werden Besonders die titelgebende Einsicht seines Essays Wir sind nie modern gewesen ist in ihrer provokanten Programmatik sicherlich aufmerksamkeitsheischend deswegen aber noch lange nicht uninteressant oder gar falsch Dies zum einen Zum anderen sind Latours Thesen zur Akteur Netzwerk Theorie nicht unbedingt neu Das behauptet Latour allerdings auch nicht Es finden sich explizite Hinweise auf das Denken von Isabelle Stengers, Deleuze und Guattari, Michel Serres, Alfred North Whitehead, Michel Callon, Gabriel Tarde oder Ludwik Fleck, die alle fr her als Latour zentrale Elemente seiner Argumentation ausformuliert oder angedacht haben Dies nur f r diejenigen, die einen Mangel an Genius in Latours Argumentation als Grund nehmen m chten, sich nicht mit seinen texten auseinanderzusetzen.Tats chlich w rden beide Punkte der generellen Kritik Mode rnit t und Geniusmangel f r Latour sicher keine Rolle spielen wendet sich seine Argumentation doch dezidiert gegen beide Ph nomene Man k nnte Latour vielmehr als bersetzer, Anwalt, Spokesman, Dolmetscher oder Fremdenf hrer verstehen alles Figuren, die in seinen B chern, auch im Parlament der Dinge , mehr oder minder explizit ihren Auftritt haben Und damit w re ich auch schon bei dem zu besprechenden Buch, dem Parlament der Dinge.Die Idee zu einem solchen Parlament entstammt der Konsequenz der Argumentation aus Wir sind nie modern gewesen , und bildet dort auch das letzte Kapitel Kurz gesagt geht es darum, dass wir Modernen durch verschiedene Ideologien seit dem 17 Jahrhundert vermehrt dazu tendieren, Natur Dinge an sich und Gesellschaft Menschen unter sich als getrennte Sph ren zu denken, die, je nach Disziplin, die jeweils andere Seite dominieren, sei es als Naturalisten Objektivisten Verfechter der Natur als letztbegr ndende Instanz oder Sozialkonstruktivisten Verfechter des Sozialen als letztbegr ndende Instanz Diese Objekte vs Subjekte Dichotomie hat sich im Denken festgesetzt, w hrend sie, gerade durch ihre vermeintliche Trennung, dazu f hrte, dass unter der Hand seit dem 17 Jahrhundert immer mehr Artefakte die Welt bev lkerten, die weder rein menschlich, noch rein dinglich sind Dazu geh ren Bakterien aus Pasteurs Labor, Heimcomputer am Arbeitsplatz, elektrische Autos und Eisenbahnen genauso wie bervolle B rgerkarteien und in Observatorien erblickte Himmelsk rper Der Punkt ist, dass immer mehr Elemente die moderne bev lkern, die Menschen und Dinge in Verbindung zueinander bringen Die prototypische Metapher Latours daf r ist das Labor Hier produzieren Menschen, Maschinen und nicht meschliche Lebewesen permanent neue Figuren und Vorstellungen von Natur, Mensch und Maschine selbst Die Welt vor und nach der Entdeckung von Kleinstlebewesen, Ozonl chern, Himmelsk rpern, Verhaltensweisen, mechanischen Abl ufen, etc ist nicht die gleiche das gilt f r eine neu formulierte Natur genauso wie Gesellschaften, die fortlaufend mit mehr Maschinen, Kleinstlebewesen, Krankheitserregern, Himmelsk rpern etc zusammenleben m ssen.Genau der Punkt des Zusammenlebens ist es, um den es im Parlament der Dinge geht, weshalb dieses Buch sicherlich das politischste Latours ist Wie genau es m glich sein soll, die Natur abzuschaffen und durch Naturen zu ersetzen da es nicht nur eine objektive Natur gibt, sondern diese permanent in Labors, NGOs und Parlamentsgeb uden, etc produziert und ver ndert wird , genauso wie die Kulturen , die relativistisch gesehen jede ihre eigene Natur konstruieren, abzuschaffen und durch eine Kultur zu ersetzen ist die integrativ versucht, und dazu braucht es das Parlament als philosophische Figur, alle Elemente und Akteure dieser Welt bzw von Kosmos und Oikos zusammenzuf hren , ist schon eine sehr anregende Lekt re, die letztlich eine andere Politik m glich macht als die moderne , die immerzu trennen und aufteilen, klassifizieren und jeden an seinen Platz verweisen m chte etwas provokant ausgedr ckt.Man sollte dabei, wie bei jedem Buch, nicht davon ausgehen, letztg ltige Antworten zu bekommen, geschweige denn einen Ratgeber, an den man sich dogmatisch zu halten habe Dadurch w rde das Philosophische an der Figur des Parlament der Dinge geleugnet und durch in merkw rdiges Verst ndnis von Pragmatik erstickt werden Dennoch handelt es sich auch nicht um blo e Sophisterei wenngleich die Sophisten die Entstehung der Philosophie ma geblich befeuerten und dementsprechend schlecht f r eine negative Konnotation, geschweigedenn als Diffamierung taugen, aber dies nur nebenbei , denn dazu ist das Buch zu politisch in seiner Haltung Vielleicht ist es sozialdemokratisch die Idee der Demokratie und des Sozialen bilden durchaus wichtige Wegweiser der Argumentation wenngleich auch auf den Kopf und dann wieder auf die F e gestellt Dennoch sollte sich jeder, der sich f r eine neue Denkweise des Sozialen, der Demokratie, kologie und letztlich auch der damit verbundenen Philosophie interessiert, mit den Gedanken Latours auseinandersetzen, wenn auch nur, um eine Idee davon zu bekommen, wie wir anders denken k nnen als modern sofern wir dies m chten Man muss nicht jedem Punkt gl ubig zustimmen Um , im Sinne Latours, jedoch mal wieder von einigen Drehungen und Wendungen des Denkens und Er Findens perplex machen zu lassen lohnt sich die Lekt re in jedem Fall am besten gemeinsam mit dem programmatischen Essay Wir sind nie modern gewesen und die Analyse des soziologischen Denkens in Eine neue Soziologie f r eine neue Gesellschaft , in deren Bunde das Parlament der Dinge , als Analyse des Naturdenkens, der Dritte ist.


  4. NameUninteressant12345 NameUninteressant12345 says:

    Unverh ltnism ig beurteilt meines Erachtens nach am besten dieses Buch von Bruno Latour.Da lie t man sich hunderte Seiten seine selbstsicheren, ja beinahe metaphysischen Ausf hrungen durch um auf den letzten Seiten 276f damit konfrontiert zu werden, dass es nur seine pers nliche Ansicht, vielleicht auch nur eine sozialdemokratische Ansicht war.Anspruch und Vorhaben einer neuen politischen kologie gehen hier eindeutig verloren Damit reiht er sich blo in die lange Liste der B cherschreiber ein.Was bleibt Normatives Versuchen wir es doch einmal damit Buch.Wenn er das am Anfang herausgestellt h tte, dann w re er glaubw rdiger.Man sollte erst das letzte Kapitel in einer B cherei lesen nicht die Zusammenfassung f r eilige Leser und danach entscheiden, ob man sich den Rest wirklich geben muss.