F r jemanden, der einen detaillierten Einblick in die Welt des Mittelalter erwartet, ist dieses Buch sicherlich ungeeignet Auf knapp 120 Seiten im Taschenbuchformat gibt es jedoch einen sehr guten berblick ber die Welt des Mittelalter, die Beziehungen der Personen, das Lehnswesen und das Leben in der mittelalterlichen Stadt Empfohlen wurde es mir als Einstief in das Geschichtsstudium und daf r ist es sicherlich prima geeignet. Rexroth, Frank Deutsche Geschichte im Mittelalter MitKarten M nchen C H BeckvoS OKt Mit handschriftlicher, signierter Widmung des Autors, gute Erhaltung Beck sche Reihe, Band Der Autor beginnt mit einer sehr gelungenen Begriffsdefinition zu deutsch Geschichte und Mittelalter , so dass man geistig auf das Thema eingestimmt wird und der Erwartungshorizont f r den Inhalt festgelegt wird Angenehm ist auch, dass der Autor nicht nur die politischen Entwicklungen, Dynastien und Kriege beschreibt, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen mit einbezieht, so dass die Mentalit t aber auch die Lebensumst nde der damaligen Zeit verst ndlicher und vorstellbarer werden Er unterteilt dazu das Mittelalter in drei Phasen fr hes MA, Hochmittelalter, sp tes MA , f r die er die Entwicklungen auf diesen drei Ebenen Politik, Gesellschaft, Wirtschaft beschreibt Durch die differenzierte Darstellung gelingt es dem Autor auch, beim Leser ein neues, vom allgemeinen Mittelalterbild differenziertes, Bild der Zeit zu erzeugen.Ich habe lediglich zwei Kritikpunkte, und daher vergebe ich auch nur drei Sterne Zum Einen ist der Zeitpunkt, auf den sich die Ausf hrungen des Autors beziehen, nicht immer ganz klar Zu Beginn jeder Phase gibt er eine Zusammenfassung, was lobenswert und tendenziell strukturierend ist, in der er aber zeitlich springt, ohne dass das dem Leser immer klar sein kann Teilweise wird es zwei, drei S tze sp ter klar, dass der Autor zweihundert Jahre zur ckgesprungen ist Das verwirrt zumindest mich Das Andere ist der Gebrauch von Fachbegriffen H ufiger verwendet der Autor historische Fachbegriffe, die einem Laien und f r diese Zielgruppe ist die Beck sche Reihe verfasst nicht unbedingt gel ufig sind Gelegentlich erkl ren sich diese Begriffe, z.B Hussiten , im Laufe des Textes, ein bis zwei Seiten sp ter, selbst, aber oft eben auch nicht Daf r und f r die ab und an auftauchenden Zitate im mittelalterlichen Deutsch oder Latein w re ein Register mit Erkl rungen bzw bersetzungen sch n gewesen.Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, da die Geschichte eben sehr kompakt und differenziert dargestellt wird F r historisch Interessierte, die ber ein gewisses Vorwissen verf gen, gut geeignet, da es neue Perspektiven er ffnet und hilft, das eigene Wissen zu strukturieren F r historische Anf nger je nach Engagement und Erwartungshaltung auch noch geeignet. Die Vorgaben der B nde f r die Beck sche Wissensreihe lauten bekannterma en knapp und verst ndlich in ein Problemfeld durch einen anerkannten Wissenschaftler seiner Zunft einf hren, um auf kleinstem Raum gr tm gliche Informationsdichte zu bieten.Um es vorwegzunehmen, Frank REXROTH ist es eindrucksvoll gelungen sowohl fachlich als auch mit einer spitzen Feder einen eigenst ndigen aber auch profunden Zugang zu 700 Jahren deutscher Geschichte im Mittelalter zu finden.Das B ndchen ist aus vier Kapiteln und einem Epilog aufgebaut, deren Binnengliederung durch zwei wesentliche Pr missen geleitet wird Die zeitgen ssischen Ansichten sollen in die Erz hlung eingebunden werden, daneben stehen immer wieder strukturgeschichtliche und sozialhistorischen Exkurse im Mittelpunkt der Abhandlung.Der G ttinger Professor kl rt gleich im ersten Kapitel drei wesentliche Problemkreise, die im Verlauf des Bandes immer wieder aufgegriffen werden Was ist Mittelalter Was hei t deutsch Und schlie lich f hrt er die beiden Fragen zusammen, um dem Titel des Buches gerecht zu werden Was ist eigentlich deutsche Geschichte im Mittelalter Dazu erl utert er zuerst solide die Namensgebung der Epoche sowie die gew hnlich kursierenden Mittelalterbilder und Vorstellungen Er macht deutlich, dass Mittelalter meist als negativ konnotierter Gegenbegriff diente, um die eigene Epoche und zeitgebundenen Deutungsmuster von ihr abzugrenzen Erstaunlich mag das Gest ndnis anmuten, dass die dynastische Abfolge von Karolingern, Ottonen, Saliern hin zu den Staufern als eine deutsche Geschichte des Mittelalters zu verstehen ebenfalls eine Konstruktion ist Diese Fiktion wurde von Humanisten des 15 Jahrhunderts formuliert, die sich durch die Identifizierung von Deutschen und Germanen ihrer Geschichte eine Kontinuit t bis in die Antike gaben Denn erst diese Elite verlieh dem Mittelalter ein vermeintlich einheitliches, deutsches Gesicht.Auf diese grundlegenden Positionierung folgen auf den ersten Blick konservativ und anmutende Abrisse der Ereignisgeschichte und der bekanntesten Dynastien des MAs, die jedoch durch den immer wieder integrierten Blick auf die sozialen Grundstrukturen und Mentalit ten eine differenzierten Blick auf die Besonderheit dieser Epoche vermitteln.Rexroths Band ist eine zuverl ssige und umsichtige Einf hrung in die deutsche Geschichte des Mittelalters, die mit ihren Interpretationen ber eine reine Nacherz hlung der Ereignisse weit hinausgeht Sie ist nicht nur eine angenehme Lekt re, bietet sie doch auch Hinweise zur weiterf hrenden Lekt re, sondern berzeugt durch Argumentation und die gewissenhafte Abw gung von verschiedenen geschichtwissenschaftlichen Perspektiven, so dass Pauschalisierungen wie der Dominanz der politischen Sph re vermieden werden Kurzum Historiographie auf h chstem Niveau